Heike Wollmann-Zintel, WSG Quartiersmanagement

„Das Soziale ist unsere DNA.“

Die Arbeit von Heike Wollmann-Zintel „vielseitig“ zu nennen, wäre wohl eine starke Untertreibung. Als Quartiers- und Sozialmanagerin bei der WSG pendelt die 52-Jährige seit November 2019 täglich zwischen einer Vielzahl von Aufgaben hin und her. Ihr Ziel: den Nachbarschaften in den WSG-Quartieren mehr Gemeinschaft ermöglichen. Ihre Methode: Hilfe zur Selbsthilfe.

Frau Wollmann-Zintel, was macht eine Quartiersmanagerin?

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, daher fange ich mit meiner wichtigsten Aufgabe an: den ehrenamtlich aktiven Menschen in den WSG-Quartieren Anregungen geben, um gewisse Prozesse anzustoßen. Ideen und Projekte für lebendige Nachbarschaften zu unterstützen, hat oberste Priorität. Ein weiterer wichtiger Pfeiler ist die Netzwerkarbeit und die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, deren Angebote für die Quartiersbewohner interessant sein könnten.

Klingt, als wären Sie viel unterwegs …

Das kann man so sagen. (lacht) Im Büro bin ich selten, maximal einmal pro Woche. Ich habe viel direkten Kontakt zu unseren Mietern und Mieterinnen, nehme an Konferenzen und Arbeitskreisen teil und treffe mich mit örtlichen Akteuren. Dadurch wechsle ich oft meine Rollen: Mal bin ich Koordinatorin und Netzwerkerin, dann Beraterin und Motivatorin, in anderen Situationen Werbefrau und Ressourcenmanagerin. Und manchmal höre ich auch einfach „nur“ zu und kümmere mich um die Menschen in den Quartieren.

Nicht jedes Wohnungsbau-unternehmen „leistet“ sich eine Quartiersmanagerin – warum die WSG?

Weil das Soziale unsere Unternehmens-DNA ist. Schauen Sie etwa auf die wichtigen Themen Inklusion und Integration: Beides ist für die WSG selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich ist es, das soziale Miteinander in den Fokus zu stellen. Insofern verstehe ich meinen Job als wichtigen Baustein des Unternehmens.

Dreh- und Angelpunkt Ihrer Arbeit ist die Förderung der Gemeinschaft in den WSG-Quartieren – wie sieht das aus?

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass der Wunsch nach Gemeinschaft von den Bewohnern kommen muss. „Übergestülpte“ Initiativen funktionieren nicht, die WSG kann nur den Rahmen bieten. Meine Aufgabe ist daher auch mehr die eines Enzyms: Ich unterstütze, koordiniere, gebe Tipps, mobilisiere und motiviere Ehrenamtliche.

Das Prizip „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Genau. Die Menschen in den Quartieren kennen ihr Umfeld und wissen am besten, was sie für ihr Miteinander benötigen. Ein gutes Beispiel ist der Nachbarschaftstreff „Spick-in“ im Dortmunder WSG-Quartier „Spicker Hof“. Zwar nehme ich einmal im Monat an der Teamsitzung der ehrenamtlichen Organisatoren teil; ansonsten trägt sich diese Initiative aber von selbst. Das ist das Ziel.

Wie sehr hat die Corona-Pandemie Ihnen die Arbeit erschwert?

Sehr, denn persönliche Kontakte sind die Grundlage meiner Arbeit. Nach dem ersten Schock wurde ich aber schnell wieder aktiv. Es galt, Hilfsangebote von örtlichen Trägern zu koordinieren und den Kontakt zu unseren Ehrenamtlern sowie den Kooperations- und Netzwerkpartnern zu halten. Im April 2020 startete ich zudem eine Telefonaktion: Ich rief unsere hochbetagten Mieter und Mieterinnen an, erkundigte mich nach deren Befinden und fragte vor allem auch den Bedarf nach Hilfestellungen ab.

Fanden überhaupt noch Nachbarschafts-Aktivitäten statt?

Mit Senkung der Infektionszahlen im Sommer 2020 wurden wieder Kontakte auf Distanz möglich. In unseren Mietercafés war so immerhin das Kaffeetrinken im kleinen Kreis machbar. Im Spätsommer konnten wir im „Spicker Hof“ sogar ein kleines Grillfest feiern. Eine besondere Aktion fand dort kurz vor Weihnachten statt: Ehrenamtliche bastelten 160 Engel, die sie mit Süßigkeiten und einem Filz-Stern vor jede Wohnungstür stellten. Das Zeichen: „Wir sind noch da, wir machen weiter!“

Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: Für mich ist ein Arbeitstag perfekt, wenn …

 

… ich mit Menschen zusammenarbeite, die freiwillig und mit Freude Dinge für andere und gemeinsam mit anderen auf die Beine stellen.